Ernährungsberatung

Es ist erst zwei bis drei Generationen her, da konnte der Mensch vertrauensvoll auf die Produkte der Natur zu seiner Ernährung zurückgreifen. Heute fehlt dieses Zutrauen in die nahrungsspendende Natur. Eine immer stärkere Verunsicherung, gar ein Misstrauen macht sich breit, ob denn das Angebotene den Erwartungen oder Notwendigkeiten entspricht. Nicht nur der Instinktverlust, auch nicht nur der Qualitätsverlust der Nahrung, sondern das deutliche Empfinden, mit dem überlieferten oder erworbenen Wissen den Anforderungen der heutigen Zeit nicht oder nur ungenügend gerecht zu werden führt zu einer drängenden Bewusstseinsfrage: Woher nehme ich die Sicherheit und Orientierung bezüglich der Nahrungsmittelqualität und der Ernährung generell? Was ist eigentlich Ernährung und was muss sie leisten, um den Menschen nicht nur gesund zu erhalten sondern auch seine seelische und geistige Entwicklung zu fördern?

Schon seit dem 19. Jahrhundert schwindet das Natur- und Menschenbild immer mehr aus der „objektiv“ werdenden Wissenschaft und letztlich musste man bekennen, „dass hinter der naturwissenschaftlichen Medizin kein Bild der Natur und des Menschen als Wirklichkeit steht“ (H. Schipperges). Und in ähnlichem wissenschaftlichen Zusammenhang schrieb W. Doerr: „Dies bedeutet, dass die naturwissenschaftlichen Daten alle richtig sind, das ausschließlich hierauf gebaute Bild des Menschen aber doch wohl falsch ist.“

Die Naturgesetze gelten nur in der physischen Welt. Die Pflanzenwelt als Angehörige des organischen Bereichs ist „auf der Erde nur möglich, weil es Substanzen im Irdischen gibt, die nicht innerhalb der irdischen Grenzen beschlossen bleiben, sondern eine solche annehmen, die dieser entgegengesetzt ist.“ Die Welt, der diese Gesetzmäßigkeiten eigen sind, wird von der Anthroposophie die ätherische genannt. In diesem Sinne „begreift man das Werden des Pflanzlichen nur, wenn man in ihr das Zusammenwirken des Irdisch-Physischen und des Kosmisch-Ätherischen sieht“.

Die Ernährung dient der Anregung und Erhaltung der gesundenden Kräfte des Ätherleibes. Sie wirkt dem Überhandnehmen der Todeskräfte entgegen. Wenn krankmachende Prozesse die Oberhand gewinnen, modifiziert sich die Ernährung in drei Bereiche: die Diät, die Schonkost und die Ernährung während der Rekonvaleszenz. Die Ernährung hat ebenso zu berücksichtigen die Erhaltung und Förderung der leiblichen Aufbau- und Regenerations-prozesse, wie auch die dem Menschen angemessenen Entgestaltungsprozesse, die der Entstehung und Ausbildung des menschlichen Bewusstseins zugeordnet sind.

Der Mensch gelangt ja nicht nur zu einem allgemeinen Bewusstsein, wie es bereits im Tierreich in mannigfacher Art zu finden ist, sondern er begründet ein Ichbewusstsein. Gerade diese Tatsache ist für unsere Ernährung von größter Bedeutung: Wie kann unsere Ernährung auch unserer „Ich-Organisation“ Rechnung tragen? Denn „bis in die kleinsten Teile seiner Substanz hinein ist der Mensch in seiner Gestaltung ein Ergebnis dieser Ich-Organisation“ (Rudolf Steiner). Das heißt, dass diese Ich-Organisation in der Lage sein muss, in jedem Augenblick die menschliche Substanz nach seinem Muster zu prägen, also alles, und besonders die Nahrung, bis ins Letzte von den Spuren der außermenschlichen Natur zu befreien.

Wir müssen uns darüber klar werden, dass das Materielle, Stoffliche nur die Außenseite eines Geistigen ist. Zwar hat schon die Naturwissenschaft des 19. Jahrhunderts ergründet, dass Stoff und Kraft oder Energie Umwandlungsformen des gleiche Prinzips sind, konnte aber das ihnen zugrundeliegende Geistige nicht erfassen, weil sie dafür keine Methoden ausgebildet hat. Sie konnte nicht überschauen, dass ihre Gesetze, von der Erhaltung der Kraft, von der Kalorie usw., nur Gültigkeit innerhalb der physischen Welt, innerhalb des Mineralisch-Toten besitzen. So sind es zwei Gesichtspunkte, die Rudolf Steiner in einem Ernährungsvortrag darstellt: einerseits die Erkenntnisforderung: „Wir essen sozusagen nicht nur das, was materiell sich vor unseren Augen ausbreitet, sondern wir essen mit in einer gewissen Beziehung das Geistige, das sich hinter diesem Materiellen verbirgt“. Und als Zweites muss die Frage gestellt werden: Was wird aus der Nahrung im Menschen?

 

Empfehlenswerte Literatur

Ernährungslehre: Zum Verständnis der Physiologie der Verdauung und der ponderablen und imponderablen Qualitäten der Nahrungsstoffe, von Rudolf Hauschka, Verlag Vittorio Klostermann Frankfurt, 10. Auflage, 17,00 Euro.

Dynamische Ernährungslehre Band 1 und 2, von Gerhard Schmidt, Proteus-Verlag St. Gallen.

 

Therpeutikum Bachgau - Naturheilkunde Physiotherapie

Kontakt

Therapeutikum Bachgau
Bachstr. 26
63762 Großostheim

Telefon 06026-976510
info@therapeutikum-bachgau.de