Anthroposophie - Einführung in die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners

Wo die Nacht am finstersten, ist das Licht am nächsten.

Rudolf Steiner hat uns in der vom ihm entwickelten Anthroposophisch-orientierten Geisteswissenschaft, kurz Anthroposophie, viele Möglichkeiten geschenkt, aus denen wir lernen können, uns so zu entwickeln, dass wir  Licht in das Dunkel bringen und damit neue zeit- und menschengerechte Strukturen gestalten können.

Was ist Anthroposophie?

„Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte...“  

„Anthroposophie vermittelt Erkenntnisse, die auf geistige Art gewonnen werden. Sie tut dies aber nur deswegen, weil das tägliche Leben und die auf Sinneswahrnehmung und Verstandestätigkeit gegründete Wissenschaft an eine Grenze des Lebensweges führen, an der das seelische Menschendasein ersterben müsste, wenn es diese Grenze nicht überschreiten könnte. Dieses tägliche Leben und diese Wissenschaft führen nicht so zur Grenze, dass an dieser stehengeblieben werden muss, sondern es eröffnet sich an dieser Grenze der Sinnesanschauung durch die menschliche Seele selbst der Ausblick in die geistige Welt.“

„Es gibt Menschen, die glauben, mit den Grenzen der Sinnesanschauung seien auch die Grenzen aller Einsicht gegeben. Würden diese aufmerksam darauf sein, wie sie sich dieser Grenzen bewusst werden, so würden sie auch in diesem Bewusstsein die Fähigkeiten entdecken, die Grenzen zu überschreiten...“

Rudolf Steiner,  Anthroposophische Leitsätze 1-3

Seminarinhalte

Das Leben Rudolf Steiners

Rudolf Steiners Lebens- und Werdegang, sein Streben und seine Ziele. Mit der
Anthroposophie schuf er die Grundlagen für die heute bekannten Tochterbewegungen: für die Waldorfpädagogik mit den weltweiten Waldorfkindergärten und Waldorfschulen,  für die anthroposophische Medizin (Beispiel: die Mistel- Krebstherapie) und Pharmazie (u.a. Weleda, WALA Heilmittel), für die anthroposophischen Krankenhäuser, für die anthroposophische Heilpädagogik (z.B. Camphill, weltweit), für die internationale biologisch-dynamische Landwirtschaft mit der Marke DEMETER, Eurythmie, Sprachgestaltung, Organisches Bauen, die Soziale Dreigliederung sowie dem Goethanum in Dornach (CH) als Freie Hochschule für Geisteswissenschaften.
Quantitativ hinterließ Rudolf Steiner mit seinen Schriften und den Nachschriften von ca. 6000 gehaltenen Vorträgen die mit ca. 350 Bänden größte Gesamtausgabe aller Zeiten.

Die Philosophie der Freiheit

Auf die Frage, welches von all seinen Büchern das Wichtigste wäre, hat Rudolf Steiner einmal geantwortet: Die Philosophie der Freiheit; weil in dieser Schrift alle Wurzeln der später ausgeführten Anthroposophie zu finden seien. In diesem Buch werden zwei Kernfragen gestellt und beantwortet:

Gibt es eine Möglichkeit, „die menschliche Wesenheit so anzuschauen, dass diese Anschauung sich als Stütze erweist für alles andere, was durch Erleben oder Wissenschaft an den Menschen herankommt, wovon er aber die Empfindung hat, es könne sich nicht selber stützen. Es könne von Zweifel und kritischem Urteil in den Bereich des Ungewissen getrieben werden.“

„Die andere Frage ist: Darf sich der Mensch als wollendes Wesen die Freiheit zuschreiben, oder ist diese Freiheit eine bloße Illusion, die in ihm entsteht, weil er die Fäden der Notwendigkeit nicht durchschaut, an denen sein Wollen ebenso hängt wie ein Naturgeschehen?“

Das Mysterium von Golgatha

Das welthistorische Mittelpunktereignis für ALLE Menschen, gleich welcher Konfession, war die einmalige physische Inkarnation des Christus in einem menschlichen Körper mit dem sich dreieinhalb Jahre später ereignenden Mysterium von Golgatha: dem Tod und der Auferstehung des Christus. Das Christusereignis steht im Mittelpunkt der Anthroposophie.

Die Wiederkunft des Christus im Ätherischen

"Es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen und das Erhab'ne in den Staub zu ziehen“ Schiller.
Wo viel Licht ist, da ist viel Schatten. Das Erscheinen Christi im Ätherischen hat im 20. Jahrhundert um 1930 begonnen und wird immer stärker wahrnehmbar. Dieses Ereignis hat für alle Menschen eine große Bedeutung, ob sie jetzt verkörpert sind oder sich in der nachtodlichen geistigen Welt aufhalten. Die große Gefahr besteht, dass dieses Ereignis unbemerkt vorüber geht. Davon abzulenken ist das Bestreben der finsteren Gegenmächte, die in ihrem Auftreten immer stärker werden.

Rudolf Steiners Auftrag: Reinkarnation und Karma

Kann man über das Leben vor der Geburt und das Leben nach dem Tode wirklich nichts wissen? Gibt es „Grenzen der Erkenntnis“, die der Mensch nicht übersteigen kann? Hält Angst den Menschen davon ab, sich mit diesem Thema zu beschäftigen? Gilt wirklich, was oft geäußert wird: „Ob es ein Leben nach dem Tode gibt, werde ich spätestens erfahren, wenn ich tot bin.“ Ist es dann nicht zu spät? „Wer nicht stirbt, bevor er stirbt, der verdirbt, wenn er stirbt“, sagte der Deutsche Mystiker Jakob Böhme. Und vielleicht liegt der Schlüssel zu den Erkenntnissen hier in unserem irdischen Leben?
"Der Weg zur geistigen Welt beginnt, indem man sich ganz auf die irdische Welt einlässt. Das Ja zur Erde wird die Pforte zum Himmel." Die Wiedergeburt und die damit und dem menschlichen Schicksal verbundenen Gesetzmäßigkeiten unter Einschluss der Freiheit sind hier das Thema.

Das Leben nach dem Tode

Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) war in der Neuzeit der erste, der die Idee der Wiedergeburt vertrat. In seiner „Erziehung des Menschengeschlechts“ schrieb er am Ende seines Lebens, 1780, dass  der Mensch, um im umfassenden Sinne am Fortschritt der Menschheit teilzunehmen mehrfach leben müsse, ein einzelnes Leben reiche dafür nicht aus. Diese Idee wurde auch von Schiller, Goethe und vielen anderen nachfolgenden Menschen vertreten. Einen bewussten Zugang zu diesen Tatsachen schuf erst Rudolf Steiner mit dem beginnenden 20. Jahrhundert durch seine Forschungen und Darstellungen der Resultate.

Entwicklungen in Zeit und Rhythmus

Neben seiner Arbeit als Minister im Dienste des Herzogs Carl August in Weimar, dem Schreiben von Gedichten und Theaterstücken, war Goethes Hauptaugenmerk auf die Entwicklung seiner Farbenlehre und die Erforschung der Natur gerichtet. Die Idee der Entwicklung ist durch Goethe in die Wissenschaft eingeführt worden, sie war sein ureigenstes Element. Rudolf Steiner hat in vielen Vorträgen über die Gesetzmäßigkeiten der Entwicklungen in Mensch und Kosmos gesprochen.

Die Dreigliederung des Menschen und des Sozialen Organismus

Erst die Kenntnis dieser Gesetzmäßigkeiten versetzen uns in die Lage, sowohl den Menschen als auch die Gesellschaft als einen sozialen Organismus richtig zu verstehen. Beide bedingen einander. Und indem wir aus dieser Erkenntnis handeln schaffen wir gesunde Verhältnisse. Die Einführung eines „Bedingungslosen Grundeinkommens für Alle“ ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Wie erlangt man Erkenntnisse der Höheren Welten?

Das ist der Titel eines Buches von Rudolf Steiner. Die Frage ist nicht ob, sondern wie. Es hat zu allen Zeiten Menschen gegeben, die Einblicke in die geistige Welt hatten. Das waren Menschen, die sich weiter entwickelt hatten als der Großteil der Menschen und eine besondere Schulung durchlaufen mussten. Heute ist jeder Mensch in der Lage, sich auf diesen Weg zu begeben. In jedem Menschen schlummern Fähigkeiten, die erweckt werden können, und „für die Erlangung von Wissen und Können in den höheren Welten gibt es kein Hindernis für denjenigen, der diese ernstlich sucht.“

Anthroposophie ist eine wissenschaftliche Erforschung der geistigen Welt. Sie entwickelt in der erkennenden Seele zuerst die im gewöhnlichen Bewusstsein und in der gewöhnlichen Wissenschaft noch nicht tätigen Kräfte, welche ein Eindringen in die geistige, über die Sinne hinausgehende Welt ermöglichen.

 

Dozent/in

Gerhard Szuskiewicz | HP Ursula Szuskiewicz

Dauer|Ort

Wochenendseminar im Therapeutikum Bachgau, jeweils 9.30 - 17.00 Uhr

Kosten

180 € (inklusive Seminarunterlagen)

Essen

Ich würde Dich bitten, einfach etwas zu Essen mitzubringen (Salat, Brot oder irgendetwas anderes). Wir werden mittags ein gemeinsames Büfett machen, wo wir dann die Speisen aller Teilnehmer miteinander teilen.
Getränke (Kaffee, Tee und Säfte) werden gestellt.

Anmeldung

Hier im Therapeutikum Bachgau

Termine

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